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Stuhlgang: Was ist normal?

Wie so vieles im Leben nehmen wir unseren täglichen Stuhlgang oft als selbstverständlich hin. Doch Verstopfung ist ein sehr häufiges Problem für viele von uns.15

Wir sprechen nur selten mit anderen über unsere Verdauungsgewohnheiten, da wir dies als höchst intime und persönliche Angelegenheit betrachten. Tatsächlich können Fragen zu unseren Toilettengewohnheiten einige von uns so sprachlos machen wie Maggie Simpson.

Doch gerade, weil wir uns selten trauen, über unsere Toilettenroutine zu sprechen, fehlt uns oft das nötige Wissen, um unserem Körper zu helfen. Dabei gibt es viele sichere und wirksame Mittel und Methoden, die zu einem regelmässigeren und angenehmeren Stuhlgang beitragen können.

Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, unsere Verdauungsgewohnheiten besser zu verstehen, um ein gesünderes Leben zu führen.

Fangen wir damit an, zu verstehen, was normalen Stuhlgang eigentlich ausmacht.

Häufigkeit des Stuhlgangs: Wie oft ist normal?

Wie oft machst du dein „grosses Geschäft“? Eine allgemeine Regel besagt: Wenn du mehr als dreimal am Tag gehst, hast du wahrscheinlich Durchfall. Wenn du hingegen weniger als dreimal pro Woche auf die Toilette gehst, könntest du an Verstopfung leiden.4,5,7

Die Häufigkeit des Stuhlgangs variiert von Person zu Person. Daher unterscheidet sich auch die individuelle Einschätzung dessen, was als „normal“ gilt. Dennoch ist es hilfreich, dass du auf deine Toilettengewohnheiten achtest, um Veränderungen wahrzunehmen. Denn sollten plötzlich deutliche Veränderungen auftreten, könnte dies ein Hinweis auf Krankheiten sein. Suche in diesem Fall ärztlichen Rat auf.4,5,7

Sehen wir uns nun beide Beschwerden genauer an.

Durchfall (Diarrhö)

Von Durchfall spricht man, wenn jemand mehr als dreimal täglich sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang hat, der dringend auftritt bzw. nur schwer zu halten ist.6
 

Es gibt zwei Arten von Durchfall: akuten und chronischen. Virale, bakterielle und parasitäre Infektionen sind die häufigsten Ursachen für akuten Durchfall. Chronischer Durchfall hingegen kann durch verschiedene Verdauungsstörungen verursacht werden. Falls du häufig an Durchfall leidest, solltest du dich an einen Arzt wenden.8

Verstopfung

In medizinischen Fachkreisen wird Verstopfung als ein Zustand beschrieben, bei dem Betroffene ihren Darminhalt nicht in adäquater Häufigkeit, nicht in ausreichender Menge oder nur unter Beschwerden ausscheiden können. Der Stuhl ist typischerweise klein und hart, was den Stuhlgang zusätzlich erschwert.6

Verstopfung betrifft etwa 15 % der Bevölkerung und wird meist selbstständig erkannt und behandelt. Die Ursachen können vielfältig sein: Stress, eine ballaststoffarme Ernährung oder zu wenig Bewegung können das Entstehen einer Verstopfung begünstigen. Aber auch Medikamente sowie bestimmte Erkrankungen können eine Rolle spielen.7

Stuhlgang: Was ist normal?

Der Stuhlgang bildet den letzten Schritt des Verdauungsprozesses. Dieser beginnt mit der Nahrungsaufnahme und findet seinen Abschluss mit der Ausscheidung von festen unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und Abfallprodukten, auch bekannt als Stuhl.1

Verdauungssystem

Die Verdauung variiert von Person zu Person, ebenso wie der daraus resultierende Stuhlgang. Was für den einen normal ist, kann für den anderen ungewöhnlich sein. Um festzustellen, ob dein Stuhlgang „normal“ ist, ist es daher hilfreich, zunächst mehr über Stuhlgang zu erfahren.

Form

Mithilfe der Bristol-Stuhlformen-Skala (auch bekannt als Bristol Stool Form; BSF) kann der Stuhl in sieben Typen eingeteilt werden, basierend auf seiner Beschaffenheit und seines Aussehens.2

Im Allgemeinen signalisieren die Typen eins und zwei Verstopfung, drei bis fünf eine normale Verdauung und die Typen sechs und sieben Durchfall.3

Beschaffenheit

Wie sollte dein Stuhl beschaffen sein? Die BSF schlüsselt dies wie folgt auf:12

  • Typen 1–2: Zu hart! Dieses Aussehen und diese Konsistenzen können auf Verstopfung und einen erschwerten Stuhlgang hindeuten, der mit Schmerzen verbunden sein kann.3
  • Typen 3–4: Genau richtig! Dieses Erscheinungsbild beschreibt den „idealen“ Stuhl“.3
  • Typ 5: Nicht hart genug! Typ 5 kann auf einen Mangel an Ballaststoffen hinweisen, die zur Flüssigkeitsaufnahme und Festigkeit beitragen.3
  • Typen 6–7: Viel zu weich bzw. flüssig! Stuhl vom Typ 6 und 7 zeigt einen Durchfall an und kann auf Verdauungsprobleme hindeuten.3

Ursachen der Probleme mit dem Stuhlgang

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die den Verdauungsprozess und den Transport durch den Darm (auch Darmtransit genannt) beeinflussen und den Stuhlgang damit beeinträchtigen können. Dazu gehören gewisse Erkrankungen, einige Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sowie lebenszyklische Faktoren.

Medizinische Ursachen

Verschiedene Erkrankungen des Verdauungstrakts können zu Störungen in der Darmfunktion führen und sich durch Verstopfung bemerkbar machen. Dazu zählen unter anderem das Reizdarmsyndrom, Morbus Hirschsprung, Störungen der Beckenbodenmuskulatur oder ein Darmtumor.9
Daneben können auch neurologische Erkrankungen die normale Darmaktivität beeinträchtigen, zum Beispiel:18
  • Zöliakie
  • Parkinson-Krankheit
  • Verletzungen des Rückenmarks oder des Gehirns
  • Entzündungen aufgrund von Divertikelkrankheiten oder Proktitis
  • anorektale Verstopfungen oder Tumore
Falls du dir Sorgen machst, dass dein Stuhlgang auf ein zugrunde liegendes gesundheitliches Problem hindeuten könnte, hole bitte medizinischen Rat ein.

Medikamente

Insbesondere die folgenden Medikamente können Verstopfung verursachen; diese Liste ist nicht erschöpfend:18
  • narkotische Schmerzmittel (Opioide)
  • aluminium- und kalziumhaltige Antazida
  • Kalziumkanalblocker
  • Diuretika
  • manche Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva)
  • Eisenpräparate
  • Medikamente gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva)

Lebensstil & Ernährung

Auch dein Lebensstil hat einen Einfluss auf deine Gesundheit. So können sich bestimmte Verhaltensweisen und Gewohnheiten auf deinen Stuhlgang auswirken:18

  • ballaststoffarme Ernährung
  • Mangel an körperlicher Aktivität, Bettlägerigkeit
  • Dehydrierung
  • reisebedingter Stress
  • Unterdrücken des Stuhldrangs
  • plötzliche Umstellung der Ernährung
  • Älter werden
  • Schwangerschaft


Gut zu wissen: Obwohl es oft behauptet wird, gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass eine ballaststoffarme Ernährung, eine geringe Flüssigkeitsaufnahme oder mangelnde Bewegung zwangsläufig zu einer Verstopfung führen. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass eine bereits bestehende Neigung zur Verstopfung durch diese Faktoren getriggert wird. Doch ungeachtet dessen bietet eine gesunde Lebensweise viele Vorteile für Deine Gesundheit.

Tipps für eine gesunde Verdauung

1. Ballaststoffreiche Ernährung

Wenn du unter Verstopfung leidest, ist eine Erhöhung deiner Ballaststoffzufuhr eine der ersten Maßnahmen, die du versuchen kannst. Ballaststoffe können deine Verdauung unterstützen, indem sie helfen, das Stuhlvolumen zu erhöhen und so die Durchgangszeit im Darm zu verkürzen.13,16 Allerdings solltest du deine Ballaststoffaufnahme allmählich steigern, um unangenehme Nebenwirkungen wie Blähungen zu minimieren.11

2. Genügend trinken

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr ist für eine effektive Funktion des Verdauungssystems essenziell. Wasser ermöglicht den Transport von Nährstoffen zu den Zellen und die Ausscheidung von Abfallprodukten aus dem Körper.14 Es ist daher wichtig, sicherzustellen, dass du genug Wasser zu Dir nimmst.10 Experten empfehlen eine tägliche Trinkmenge von 1,5–2 Litern, um eine ausreichende Hydratation zu gewährleisten. Bei einer Steigerung der Trinkmenge über die empfohlene Trinkmenge hinaus kann kein Effekt auf die Verstopfung erwartet werden.

3. Ausreichend bewegen

Regelmässige körperliche Aktivität, beispielsweise Gehen, Laufen oder Krafttraining, kann dazu beitragen, die Darmpassagezeit zu reduzieren, was bedeutet, dass die Nahrung schneller aus dem Körper ausgeschieden wird.11 Dabei reicht ein altersgerechtes Mass an Bewegung bereits aus, um unsere Verdauung zu unterstützen; eine Steigerung darüber hinaus hat keinen gesicherten Nutzen. Im Gegensatz dazu kann körperliche Inaktivität, z. B. durch Bettlägerigkeit, die Passagezeit verlängern und somit Verstopfung begünstigen.

4. Richtige Haltung auf der Toilette

Die Art, wie man auf der Toilette sitzt, hat einen Einfluss auf den Stuhlgang. Hocken wird als ideale Körperhaltung für den Toilettengang betrachtet, da diese Position den Darm in eine natürlichere Position bringt und den Stuhlgang erleichtert.15

5. Auf den Stuhlgang achten

Ein regelmässiger und zufriedenstellender Stuhlgang ist wichtig für das Wohlbefinden und hat einen Einfluss auf die Lebensqualität. Natürlicherweise ist der Darm morgens und nach den Mahlzeiten am aktivsten17– wenn möglich, plane hier etwas Zeit für deinen Toilettengang ein. Wenn sich das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, einstellt, solltet du dieses (wenn möglich) nicht ignorieren. Es ist ratsam, den Drang, auf die Toilette zu gehen, nicht zu unterdrücken, denn eine regelmässige Unterdrückung des Stuhldrangs kann eine Verstopfung begünstigen.

Tipp

Die motorische Aktivität des Darms ist im Schlaf gering, nach dem Aufstehen bereits gross und wird durch anschliessende Nahrungsaufnahme nochmals stark gesteigert. Daher empfiehlt sich ein Frühstück mit nachfolgender Zeit für den Toilettenbesuch.

6. Abführmittel

Falls die zuvor genannten Massnahmen zur Unterstützung einer trägen Verdauung nicht ausreichend wirksam sind, gibt es auch die Möglichkeit, auf Abführmittel zurückzugreifen. Gemäss dem Beipackzettel angewendet, stellen Abführmittel in der Regel eine effektive und sichere Behandlungsoption dar.
Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln, die sich in Ihrer Wirkweise und Anwendung unterscheiden. Ein Beispiel für ein schnell wirksames Abführmittel ist das seit über 70 Jahren bewährte Abführmittel DulcoLax®. Es regt nicht nur den Stuhlgang an und löst so die Verstopfung, sondern hilft auch unangenehme Begleitsymptome wie Blähungen, Pressen oder eine harte Stuhlkonsistenz zu reduzieren.
 

Quellen

  1. Bowel movements | BM (2015) MedlinePlus. U.S. National Library of Medicine. Available at: https://medlineplus.gov/bowelmovement.html (Accessed: December 5, 2022).
  2. Camilleri, M., Ford, A., Mawe, G. et al. Chronic constipation. Nat Rev Dis Primers 3, 17095 (2017). https://doi.org/10.1038/nrdp.2017.95
  3. Lee, C. (2022) What your poop type and color says about you, Cleveland Clinic. Cleveland Clinic. Available at: https://health.clevelandclinic.org/healthy-poop-shape-type-color/ (Accessed: December 5, 2022).
  4. American College of Gastroenterology (2022) Digestive health tips, American College of Gastroenterology. American College of Gastroenterology. Available at: https://gi.org/topics/digestive-health-tips/ (Accessed: December 5, 2022).
  5. Poitras, P., Bouin, M., Faure, C., Dapoigny, M. (2022). Constipation. In: Poitras, P., Bilodeau, M., Bouin, M., Ghia, JE. (eds) The Digestive System: From Basic Sciences to Clinical Practice. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-98381-9_15
  6. Poitras, P. (2022). Diarrhea. In: Poitras, P., Bilodeau, M., Bouin, M., Ghia, JE. (eds) The Digestive System: From Basic Sciences to Clinical Practice. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-98381-9_13
  7. Rao, Satish S.C. MD, PhD1; Lacy, Brian E. MD, PhD2; Emmanuel, Anton MD3; Müller-Lissner, Stefan MD4; Pohl, Daniel MD5; Quigley, Eamonn M.M. MD6; Whorwell, Peter MD, PhD7. Recognizing and Defining Occasional Constipation: Expert Consensus Recommendations. The American Journal of Gastroenterology: November 2022 - Volume 117 - Issue 11 - p 1753-1758 doi: 10.14309/ajg.0000000000001945
  8. Poitras, P. (2022). Diarrhea. In: Poitras, P., Bilodeau, M., Bouin, M., Ghia, JE. (eds) The Digestive System: From Basic Sciences to Clinical Practice. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-98381-9_13
  9. Diaz S, Bittar K, Mendez MD. Constipation. [Updated 2022 Jul 25]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK513291/
  10. American College of Gastroenterology (2022) Digestive health tips, American College of Gastroenterology. American College of Gastroenterology. Available at: https://gi.org/topics/digestive-health-tips/ (Accessed: December 5, 2022).
  11. Serra J, Mascort-Roca J, Marzo-Castillejo M, Aros SD, Ferrándiz Santos J, Rey Diaz Rubio E, Mearin Manrique F. Clinical practice guidelines for the management of constipation in adults. Part 2: Diagnosis and treatment. Gastroenterol Hepatol. 2017 Apr;40(4):303-316. English, Spanish. doi: 10.1016/j.gastrohep.2016.02.007. Epub 2016 Apr 2. PMID: 27045854.
  12. Blake, M.R., Raker, J.M. and Whelan, K. (2016), Validity and reliability of the Bristol Stool Form Scale in healthy adults and patients with diarrhoea-predominant irritable bowel syndrome. Aliment Pharmacol Ther, 44: 693-703. https://doi.org/10.1111/apt.13746
  13. Firth, John, Christopher Conlon, and Timothy Cox (eds), Oxford Textbook of Medicine, 6 edn (Oxford, 2020; online edn, Oxford Academic, 1 Jan. 2020), https://doi.org/10.1093/med/9780198746690.001.0001, accessed 9 Dec. 2022.
  14. Jéquier E, Constant F. Water as an essential nutrient: the physiological basis of hydration. Eur J Clin Nutr. 2010 Feb;64(2):115-23. doi: 10.1038/ejcn.2009.111. Epub 2009 Sep 2. PMID: 19724292.
  15. Sura, S.P., Christie, J. (2014). Chronic Constipation. In: Rose, MD, MSEd, S. (eds) Constipation. Springer, New York, NY. https://doi.org/10.1007/978-1-4939-0332-0_3
  16. Bae SH. Diets for constipation. Pediatr Gastroenterol Hepatol Nutr. 2014 Dec;17(4):203-8. doi: 10.5223/pghn.2014.17.4.203. Epub 2014 Dec 31. PMID: 25587519; PMCID: PMC4291444. 
  17. Duboc H, Coffin B, Siproudhis L. Disruption of Circadian Rhythms and Gut Motility: An Overview of Underlying Mechanisms and Associated Pathologies. J Clin Gastroenterol. 2020 May/Jun;54(5):405-414. doi: 10.1097/MCG.0000000000001333. PMID: 32134798; PMCID: PMC7147411. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7147411/
  18. Symptoms & Causes of Constipation. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/constipation/symptoms-causes

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