Verstopfung im Alter – ein häufiges Phänomen
Vielleicht bist du im Ruhestand und geniesst deine freie Zeit.18 Vielleicht beabsichtigst du auf Reisen zu gehen, oder du hast andere Pläne, die du in der Rente angehen willst.
Leider kann dir eine Verstopfung bei der Umsetzung dieser Pläne in die Quere kommen. Wenn im Körper nicht alles glatt läuft, kommst du wahrscheinlich auch sonst im Leben weniger gut voran.
Verstopfung im Alter ist eine wirkliche Belastung, ist aber erfreulicherweise sehr gut behandelbar. Lies weiter, um mehr zu erfahren.
Wie wird eine Verstopfung definiert?
- weniger als drei Stuhlgänge pro Woche
- harter, fester, klumpenförmiger Stuhl
- unangenehme Anstrengung beim Stuhlgang
- unzureichende Stuhlmenge
- häufige Schmerzen und Blähungen
Verstopfung wird in zwei Kategorien unterteilt, die so genannte „primäre“ und die „sekundäre“ Obstipation:
Sekundäre“ Obstipation
Von einer sekundären Verstopfung spricht man, wenn die Verstopfung infolge einer bekannten Ursache auftritt, z. B. als Symptom einer Krankheit oder als Nebenwirkung von Medikamenten.
Gastrointestinale Probleme, wie z. B. ein Darmverschluss oder eine entzündliche Darmerkrankung; neurologische Erkrankungen; Diabetes und andere medizinische Ursachen können eine Verstopfung auslösen.
Medikamente wie Opioide; eine Gruppe von schmerzlindernden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Medikamenten (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR); Nahrungsergänzungsmittel; Herzmedikamente; säurehemmende Medikamente (Antazida) und Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva) können ebenfalls der Auslöser sein.4,5
Primäre Verstopfung
Bei einer primären Verstopfung liegt keine zugrunde liegende medizinische Ursache vor. Sie kann mit dem Lebensstil zusammenhängen und lässt sich in der Regel durch eine Ernährungsumstellung sowie Anpassungen der täglichen Gewohnheiten verbessern.
Wie verändert sich der Körper beim Älterwerden?
Verstopfung kann bei Senioren auf verschiedene Gründe zurückzuführen sein, wie z. B. Bewegungsmangel, Ernährung, zu geringes Trinken, Einnahme bestimmter Medikamente, Störungen der Darmaktivität und ein generelles Altern des Körpers sowie des Darms.18,20 Zudem können Krankheiten wie Diabetes eine Verstopfung auslösen.
Der Körper verändert sich
Wenn wir altern, altert auch unser Darm. Oft benötigt der Darm im Alter deshalb etwas mehr Zeit, um Nahrung zu verdauen. Das kann zu Verstopfung führen.18
Einnahme von Medikamenten
Viele Senioren nehmen langfristig Medikamente ein, von denen einige als Nebenwirkung Verstopfungssymptome auslösen können.
Veränderungen im Lebensstil
Ältere Menschen neigen häufig dazu, sich weniger zu bewegen oder Sport zu treiben oder können sich aufgrund anderer Probleme alleine nicht mehr viel bewegen. Auch die Ernährungsgewohnheiten können sich im Laufe der Zeit ändern. Langfristig können sich solche Umstellungen auf das Verdauungssystem in Form von Verstopfung und Darmträgheit auswirken.19,21
Was passiert in unserem Körper, wenn wir älter werden?
Neu auftretende Verstopfung kann ein Anzeichen für Veränderungen im Körper sein. Bei älteren Menschen sind diese Anzeichen möglicherweise auf folgende Faktoren zurückzuführen:
Körperliche Veränderungen
Einnahme von Medikamenten
Ernährungsgewohnheiten
Körperliche Betätigung
Was sind die Folgen von Verstopfung bei älteren Erwachsenen?
Ältere Menschen sind besonders anfällig für die sekundären Auswirkungen von Verstopfung, wie z. B. Hämorrhoiden, die sich als Folge von chronischer Anstrengung bzw. Pressen beim Toilettengang oder als Folge bestimmter Medikamente entwickeln.5,6,7
Wann sollte man wegen einer Verstopfung zum Arzt gehen?
Wie wandert Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt?
Wie zerkleinert das Verdauungssystem die Nahrung in kleinste Teilchen, die der Körper verwerten kann?
Was passiert mit der aufgespaltenen Nahrung?
Abhilfe bei Verstopfung für ältere Patienten
Verstopfung lässt sich in den Griff bekommen, und der erste Schritt ist, darüber zu sprechen.
Es gibt verschiedene Strategien, um mit Verstopfung umzugehen, darunter:3
Arzneimittel
Füllstoffe und Quellstoffe (Ballaststoffe)
Stuhlweichmacher
Stimulanzien
Dulcolax® Abführtabletten und -zäpfchen sind wirksame Darreichungsformen von stimulierenden Abführmitteln. Sie aktivieren den Darm und erhöhen den Wassergehalt im Stuhl, was die Darmtätigkeit anregt.11,12
Andere Arzneimittel
Andere Medikamente können bei Verstopfungen helfen, die durch die Anwendung opioidhaltiger Schmerzmitteln hervorgerufen wurden. Alle diese Wirkstoffe haben potenzielle Nebenwirkungen und können aufgrund von Gegenanzeigen nicht in jedem Fall eingesetzt werden. Ihre Anwendung bei älteren Erwachsenen erfordert daher eine sorgfältige ärztliche Überwachung.8,13
Nicht-medikamentöse Möglichkeiten
Ernährungsumstellung
Mehr Bewegung im Alltag
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Regelmässige Toilettengewohnheiten
Die richtige Sitzposition auf der Toilette erleichtert den Stuhlgang:23
- Nach vorne lehnen und die Füsse abstützen.
- Ein Hocker unter den Füssen kann helfen, um eine hockende Position nachzuahmen und die Darmentleerung zu erleichtern.8,14
Ärztlichen Rat einholen
Falls Verstopfung trotz Änderungen der Lebensgewohnheiten anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtigste Punkte bei Verstopfung im Alter
Verstopfung ist bei älteren Menschen ein häufiges Problem, das bedeutet aber nicht, dass man sie als unvermeidlich hinnehmen sollte. Eine gesunde Darmfunktion kann auch im Alter aufrecht erhalten werden, wenn man sich darum bemüht. Dein Arzt oder Apotheker wird dich gerne zu den besten Möglichkeiten beraten, die dir zur Verfügung stehen. Von einer altersbedingten Verstopfung kann man sich befreien, um die „goldenen Jahre“ unbeschwert zu verbringen und die eigenen Pläne für das Alter umsetzen zu können.
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